Sie sind hierAnsturm auf Freihof-Gymnasium zu stark

Ansturm auf Freihof-Gymnasium zu stark


By adminGeschrieben am12 May 2009

Schüler müssen umsatteln

Ansturm auf Freihof-Gymnasium zu stark

Weil das Göppinger Freihof-Gymnasium von knapp 200 Anmeldungen überrascht
wurde, müssen 70 Kinder abgewiesen werden - zum Verdruss vieler Eltern.
Insgesamt werden die Gymnasien immer bliebter.

ARND

WOLETZ

Kreis Göppingen

Günter Roos hat sehr arbeitsreiche Wochen hinter sich. Als Schulleiter des
Göppinger Freihof-Gymnasiums und Geschäftsführender Schulleiter der vier
Göppinger Gymnasien musste er in den vergangenen Wochen unzählige
Gespräche mit Eltern führen - die zum Teil sehr enttäuscht waren, wie Roos
einräumt. Ursache: Das Freihof-Gymnasium verzeichnete mit 196 Anmeldungen
einen Rekord bei den Anmeldungen für das kommende Schuljahr, doch nur 126
Kinder können aufgenommen werden. Denn obwohl das Gymnasium in der
Innenstadt um mehr als 50 Anmeldungen zulegte, können dort laut
Regierungspräsidium nur vier statt fünf Fünferklassen eingerichtet werden.
"Wir sind an der Grenze unserer Kapazitäten angelangt", erklärt Roos. Das
Freihof-Gymnasium sei eigentlich nur für drei Parallelklassen pro Jahrgang
ausgerichtet, im vergangenen Jahr habe man schon weit über dieser Grenze
gelegen. "Es war aber klar, dass wir das nicht nocheinmal schaffen", so
Roos.

An anderen Gymnasien stellen sich die Zahlen weniger dramatisch dar. Das
Mörike-Gymnasium, bisheriger Spitzenreiter, fiel auf 117 Anmeldungen
zurück, Schlusslicht innerhalb Göppingens ist das Hohenstaufen-Gymnasium
mit 99 Anmeldungen. "Dieses extreme Ungleichgewicht hat uns überrascht",
räumt Roos ein. Und es ist auch einmalig im Bereich des
Regierungspräsidiums, berichtet er. Folge: Das Freihof-Gymnasiums muss 70
Fünftklässler an andere Schulen "umlenken", wie es in der Amtssprache
heißt. Keine leichte Aufgabe. Der überwiegende Teil geht nun an das
Hohenstaufen- und an das Werner-Heisenberg-Gymnasium. Neun Schüler aus
anderen Städten wurden dorthin verwiesen. Dafür musste Günter Roos viele
Einzelgespräche führen. Der Schulleiter versteht die Enttäuschung der
betroffenen Kinder und deren Eltern, die sich gezielt für die jeweilige
Schule und deren Profil entschieden haben - am Freihof ist das unter
anderem die Ganztagesbetreuung. Dennoch habe der überwiegende Teil der
Eltern die Argumente akzeptiert, so Roos, nur in wenigen Fällen sei
Verärgerung zurück geblieben.

Bei der Auswahl hatten die Schüler Vorrang, die Latein als erste
Fremdsprache wählten, denn diese Möglichkeit besteht nur am Freihof. Damit
seien schon drei Klassen voll. Die anderen Plätze blieben für Kinder,
deren Geschwister schon das Freihof-Gymnasium besuchen sowie für
"Härtefälle".

Insgesamt ist die Zahl der Anmeldungen an den Gymnasien im Kreis Göppingen
erneut gestiegen. 1019 Viertklässler wollen an eines der neun Gymnasien
wechseln, noch einmal 40 mehr als vor Jahresfrist.
Quelle: Südwest Presse vom 09.05.2009