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Anlaufstelle für schnuppernde Schüler


By adminGeschrieben am19 März 2010

Schulpraktika werden immer wichtiger. In ganz unterschiedlicher Form bietet sie die Staufen Arbeits- und Beschäftigungsförderung bereits an.
 
"Seit einigen Jahren fragen Jugendliche verstärkt nach Praktikumsplätzen bei uns nach", beobachten Karin Woyta, die Geschäftsführerin der "Staufen Arbeits- und Beschäftigungsförderung" (SAB). Die Inhalte können dabei sehr unterschiedlich sein, richten sich auch nach der Art der Schule, die die Schüler besuchen. So kann es etwa bei beeinträchtigten Schülern der Pestalozzischule darum gehen, den Alltag besser zu bewältigen und den Jugendlichen ein besseres Durchhaltevermögen zu vermitteln. Für die Klassenstufe elf des Göppinger Freihof-Gymnasiums dagegen geht es um soziales Lernen. "Die Praktikanten sollen in sozialen Einrichtungen eine Woche lang in anderen Lebenswelten Erfahrungen sammeln", so Woyta. Um soziale Lernerfahrungen gehe es auch bei einem Projekt speziell für Bankauszubildende und Bankangestellte. Praktika werden aber auch von Hochschulstudenten nachgefragt. Eine Zusammenarbeit pflegt die SAB ebenfalls mit der Kaufmännischen Schule Göppingen sowie der Hieberschule Uhingen. Bereits seit zwei Jahren kommen Schüler im Rahmen der Ganztagesbetreuung einen Nachmittag lang auf den Waldeckhof und arbeiten dort mit.
 
Obwohl die eigentliche Arbeit der SAB "die Beschäftigung und Vermittlung arbeitsloser Menschen" sei, sehen wir unsere Aufgabe ebenso in der Prävention, bei der Unterstützung von Lebens- und Berufsplanung junger Menschen oder bei der Förderung von Verständnis für die Situation unserer Menschen", betont Karin Woyta. "Wenn nur ein Jugendlicher dazu angehalten wird, etwas Qualifiziertes zu lernen, über die Situation armer Menschen nachzudenken oder über das Thema Eigenverschulden anders zu denken - dann war dies unseren Einsatz wert", bekräftigt sie. Die Stunden, die bei der SAB für die Koordinierung erbracht wurden, sind in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen - eine Entwicklung, die wohl weiter anhalten wird. Denn "wir erhalten jede Woche bis zu fünf Anfragen nach Praktikumsplätzen". Jetzt ist die SAB freilich an einem Punkt angekommen, "an dem wir uns stellenweise überfordert fühlen". Denn der Arbeits- und Organisationsaufwand für die Praktika ist enorm. Sie müssen koordiniert werden. Es sind Praktikumsberichte zu schreiben, Zertifikate zu erstellen oder Kontakte zu den Schulen zu pflegen. "Nicht zuletzt ist inhaltliche Arbeit zu leisten" und die Praktikanten sollen "in ihrem Alltag noch besser betreut werden". Alle diese Aufgaben "würden unser Stammpersonal enorm belasten", weiß Woyta. Wünschenswert wäre deshalb, dass "eine pädagogisch ausgebildete Kraft" die Praktika koordiniert. Die Kosten dafür in Zeiten "ewiger Fördermittelknappheit" kann die SAB nicht aufbringen. Der Waldeckhof wird jetzt mit Spenden aus der NWZ-Aktion "Gute Taten" unterstützt.
 
Quelle: Südwest Presse vom 19.03.2010