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Die Schüler fordern und fördern


By adminGeschrieben am14 October 2007

BILDUNG / Unterschiedliche Konzepte bei der Hausaufgabenbetreuung

Die Schüler fordern und fördern

Zusatzangebote des Göppinger Freihof-Gymnasiums und der Schülerhilfe in
Eislingen

Dass Schüler gerne Hausaufgaben machen, ist nicht immer selbstverständlich;
doch mit professioneller Betreuung kann das durchaus gelingen. Dabei gibt
es von öffentlicher und privater Hand unterschiedliche Herangehensweisen.
 
BODO STRAUB

GÖPPINGEN/EISLINGEN

Das Konzept ist einfach: Die Schüler lösen ihre Hausaufgaben, und wenn sie
Probleme haben, können sie sich an jemanden wenden und nachfragen. Bis zu
viermal wöchentlich haben die Schüler der Klassen 5 bis 8 des
Freihof-Gymnasiums die Möglichkeit, dieses Angebot in Anspruch zu nehmen,
zweimal ist es als Teil des Stundenplans verpflichtend, zweimal ist es
freiwillig im Rahmen der Ganztagsschule.

Die Schüler der Klasse 5b sind zufrieden: "Ich finde das gut, man kann für
sich arbeiten und bei Problemen kann man die Lehrer fragen", meint eine
Schülerin. Andere sind froh darüber, da "ich so mehr Zeit habe, wenn ich
zuhause bin, da die Hausaufgaben ja schon gemacht sind." Ein anscheinend
besonders eifriger Schüler hebt positiv hervor, "dass man Zusatzaufgaben
bekommt, wenn man fertig ist." Auch die Möglichkeit zur Kooperation mit
den Mitschülern sowie die gute Lernatmosphäre werden gelobt. Ein Schüler
bemängelt jedoch, dass nur der Klassenlehrer und nicht die jeweiligen
Fachlehrer bei der Hausaufgabenbetreuung dabei sind.

Ältere helfen Jüngeren

"Das ändert sich dann in den Klassen 7 und 8", erklärt Schulleiter Günter
Roos. Dort stehen für die vier Klassen einer Stufe fünf Fachlehrer zur
Verfügung, so dass die Schüler erstens in genau den Fächern gezielte
Unterstützung bekommen, in denen sie sie aktuell benötigen, und zusätzlich
in kleineren Gruppen arbeiten. "Fordern und Fördern, das ist unser
Konzept", macht Roos deutlich. Die Hausaufgabenbetreuung im Rahmen des
Ganztagesprogramms wird von so genannten Schülermentoren durchgeführt,
ältere Schüler aus den Klassen 10 und 12, die sich diese Zeit nehmen.
Anne-Sophie Long und Irene Adler aus der Klasse 10 sind dieses Jahr zum
ersten Mal dabei. "Natürlich ist es eine zusätzliche Belastung, aber die
Kinder sind so brav und diszipliniert, und es macht so viel Spaß, dass wir
es gerne machen." Für Irene Williams ist es nun schon das zweite Jahr, und
auch sie macht es gerne. "In der Klasse 5 ist es echt in Ordnung,
schwieriger wird es in der 6. Klasse." Um das Lernen effektiver zu
gestalten, leitet ein Schülermentor jeweils eine Gruppe von nur acht bis
zwölf Schülern.

Ein völlig anderes Konzept wird bei der Schülerhilfe in Eislingen
verfolgt. Von Hausaufgabenbetreuung kann man hier schon fast nicht mehr
sprechen, vielmehr geht es um professionelle Nachhilfe, die hier angeboten
wird - gegen Bezahlung. Auch hier wird in Gruppen gelernt, allerdings sind
es höchstens fünf Schüler gemeinsam. Es werden zwar hin und wieder auch
die aktuellen Hausaufgaben durchgenommen, aber nur in den Fächern, in
denen die Schüler Nachhilfe nehmen, und auch nur, wenn es Schwierigkeiten
mit den Hausaufgaben gibt. "Uns geht es um eine langfristige,
kontinuierliche Zusammenarbeit mit den Schülern", so die Leiterin Gabriele
Berehulka. Mindestens ein halbes Jahr lang kommen die Schüler regelmäßig,
durchschnittlich zweimal pro Woche, zur Nachhilfe, oft aber auch über
mehrere Jahre hinweg. Jeder Schüler soll auf dem Niveau abgeholt werden,
auf dem er ist, und dorthin geführt werden, wo er hin möchte.
 
Quelle: Südwest Presse vom 15.10.2007