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Freihof-Karrieren 4


By adminGeschrieben am07 April 2008

Neue Aufgabe in Afrika
 
Ehemaliger Göppinger als Hochschulpräsident in Adama
 
Herbert Eichele ist in Göppingen geboren und war bis März 2006 Rektor derGeorg-Simon-Ohm-Hochschule in Nürnberg. Jetzt lebt er in Äthiopien, um einHochschulentwicklungsprojekt in Abama zu leiten.
 
SILKE RECKERTH
 
Göppingen
 
Sein Weg führte von Göppingen, über Nürnberg nach Äthiopien. Der ehemaligeFachhochschulrektor Herbert Eichele wurde 1949 in Göppingen geboren undlebte dort fast 23 Jahre. In Stuttgart studierte er Physik, nachdem er am Göppinger Freihof Gymnasium sein Abitur erwarb. Im Jahr 1986 zog es ihmnach Nürnberg, um am "Lehrstuhl für Feinwerktechnik" an derGeorg-Simon-Ohm Hochschule zu unterrichten. Zwölf Jahre später wurde erschließlich Rektor der Hochschule und blieb ins Jahr 2006 in seinem Amt.Das Ende Herbert Eicheles Rektorenzeit war auch gleichzeitig der Anlass indas afrikanische Land "auszuwandern".
 
Nun ist er seit ein paar Wochen in Adama, einer kleinen Stadt in Äthiopienund folgt stolz seiner neuen Aufgabe. Die Regierung sieht es vor, eineModelluniversität zu errichten, die ein "Vorbild für ganz Äthiopien seinsoll", berichtet Eichele. Der Präsident ist verantwortlich für die Leitungdes Hochschulentwicklungsprojektes, welches den Bau der Universität, sowiedie gesamte organisatorische Planung, vorsieht. In Allgemeinen umfasstEicheles Arbeit alle Aspekte, die für die Gründung einer Universitäterforderlich sind.
 
In seiner Vergangenheit war der 59-Jährige war schon mehrmals in demafrikanischen Land. "Vor zirka zwei Jahren wurde ich von der Regierung inAdama angesprochen, ob ich an dem Projekt mitwirken möchte", berichtet dergebürtige Göppinger. Und kurz vor dem Start des Projekts, gab es sogenannte "Planungsbesuche" Eicheles in Äthiopien. Heute fühlt er sich wohlin seiner neuen Heimat und bezeichnet die neue Situation als "sehrinteressant". Seine anspruchsvolle Aufgabe beschreibt er als"faszinierend". Ferner läuft alles "planmäßig" und das Projekt ist invollem Gange. Für die nächsten drei Jahre ist der Präsident der neuenHochschule in Adama noch in seiner Arbeit in Afrika eingespannt. Wie langeder Aufbau der Universität noch andauert, ist ungewiss. Falls eserforderlich ist, muss der ursprüngliche Göppinger noch zwei weitere Jahredem Vorhaben treu sein. Zur Unterstützung in dem fernen Land erhält dermutige Universitäts-Präsident zwei deutsche Kollegen, die für die Lehrezuständig sind 350 weitere Personen, die an der Modelluniversität tätigsein sollen. Auch wenn die Entfernung zwischen Deutschland und Äthiopienso groß ist, bemüht sich der ehemalige Rektor seine alte Heimat zubesuchen, um Freunde und Verwandte wiederzusehen.
 
"Ab und zu" kommt er nach Deutschland und kehrt bei seiner Familie ein.Dass dieses Vorhaben nicht jede Woche möglich ist, ist selbstverständlich.Auch in Göppingen und der Umgebung lebt noch ein Großteil seinerVerwandschaft, zu denen der Kontakt ebenfalls aufrecht erhalten wird. "DieBeziehung zur Familie ist sehr gut", berichtet Eichler der NWZ. Ob er sichein Leben in Adama nach der Gründung der Hochschule vorstellen kann, weißder ehemalige Rektor noch nicht genau. "Dafür ist es noch viel zu früh."
 
Quelle: Südwest Presse vom 08.04.2008